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Eine knappe Beschreibung des ViBiNeT® finden Sie im ViBiNeT-Flyer, den Sie gerne auch weitergeben dürfen.


Auf der Seite Vorträge können Sie MS PowerPoint-Präsentationen über das ViBiNeT® herunterladen, die Sie gerne auf ihre Bedürfnisse anpassen und verwenden dürfen.

Überblick

Das hier vorliegende ViBiNeT®-Wiki basiert auf den Arbeiten des Projektes

Virtuelles Bildungsnetzwerk der Textil- und Bekleidungsindustrie - ViBiNeT®

Dieses Projekt wurde im Zeitraum September 2001 bis Juli 2008 realisiert und gliederte sich in 3 Phasen:

  • Pilotprojekt September 2001 - Mai 2004
  • 1. Ausbauphase Juli 2004 - Juni 2006
  • 2. Ausbauphase Juli 2006 - Juni 2008
Logo des Gesamtverbandes textil+mode e.V.

Auf der Seite Danksagung finden Sie die am damaligen Projekt beteiligten Personen. Auch sind hier die Unternehmen aufgelistet, die das Projekt in diesem Zeitraum durch ihre Beiträge unterstützt haben.

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Das Projekt wurde während der gesamten Laufzeit von Gesamtverband textil+mode und seinen Regional- und Fachverbänden finanziell getragen. Während der Pilotphase unterstützte das [BMBF] (Bundesministerium für Bildung und Forschung) das Projekt im Rahmen der Initiative "Neue Medien in der Bildung".

Ziele des ViBiNeT®-Projekt

Das "Virtuelle Bildungsnetzwerk für Textilberufe - ViBiNeT®" (so lautete der ursprüngliche Titel) hatte die Vision, das

  • Grundwissen,
  • Erfahrungswissen,
  • Vertiefungswissen und
  • Expertenwissen

insbesondere Lehrkräften über das Internet verfügbar zu machen, damit es zu jeder Zeit an jedem Ort und für jeden Bedarf genutzt werden kann.

Damit sollten folgende Kernziele erreicht werden:

  • Zusammenführen und Aufbereiten des Wissens und der Erfahrung im Textilbereich in einen Wissenspool
  • Aufbau einer Private-Public-Partnership zwischen den Industrieverbänden und Bildungseinrichtungen
  • Veränderungen der Lehr- und Lernformen in Industrie- und Bildungseinrichtungen

Von Anfang lautete das Motto "Jeder gibt, jeder bekommt". Die Plattform war als Netzwerk konzipiert, d.h., nicht nur im Bereich Technik, sondern insbesondere auch im zwischenmenschlichen Bereich. Neben der Mitwirkung aller Nutzer bei der Erabeitung der Inhalte war geplant, dass in Foren intensiver Erfahrungsaustausch stattfinden sollte.

Jeder war eingeladen, ausgearbeitetes Vorlesungs- und Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen, damit die Plattform in absehbarer Zeit eine vollständige Wissensmanagement-Datenbank für alle Lehrenden wird, die letztendlich nicht nur Grundlagenwissen, sondern insbesondere Aufbau-, Praxis- und Erfahrungswissen beinhaltet.

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Nur mit der Bereitschaft von Lehrenden ihr persönliches Wissen einzubringen und für nachfolgende Generationen zur Verfügung stellen, kann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie erhalten werden.

Auch heute gilt: Jeder kann sich daran beteiligen und mit der Zurverfügungstellung von Materialien in digitaler Form Unterstützung leisten, auch durch Links zu besonders interessanten externen Dienstleistern, Wissensanbietern und Literaturhinweisen von textil- und bekleidungsspezifischen Veröffentlichungen.


Weitere Hintergrundinformationen

Wenn Sie mehr über die Hintergründe über das ViBiNeT®-Projekt und damit auch zu dieser Plattform erfahren möchten, so lesen Sie bitte die nachfolgend aufgelisteten Informationen.

Ausgangssitutation

2001 gab es in Deutschland

  • 300 Berufsschulen für textil- und bekleidungsspezifische Berufe
  • 12 Ausbildungsstätten für Industriemeister Textil
  • 20 Technikerschulen Textil- und Bekleidung
  • 10 Fachhochschulen Technik
  • 19 Fachhochschulen Design
  • 8 Universitäten bzw. Technische Hochschulen (5 davon mit Masterabschlüssen)
  • 3 Universitäten für Lehramt an berufsbildenden Schulen im Berufsfeld Textil/ Bekleidung
  • 1 Zentrale Berufsbildungsstätte für den Textilhandel

In der Textilindustrie existierten 20 unterschiedliche Ausbildungsberufe mit einer geringen Anzahl von Auszubildenden pro Beruf. Dafür mussten Lehrmittel in Kleinstauflagen erstellt werden. Die Auflagengröße von weniger als 3000 Stück war für die Fachverlage unattraktiv.

Deshalb entschloss sich der Gesamtverband der Deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (damals: Gesamttextil e.V.) 1975 selbst Lehrmittel herauszugeben. Zielgruppe waren Ausbilder, Berufsschullehrer und Auszubildende. (Anmerkung: Eine Reihe dieser Lehrmittel finden Sie auf der Seite Verzeichnis der Lehrbücher auf dieser Plattform.)

Bis zur Jahrtausendwende entstanden 70 Ausbildungsbücher, von denen viele vergriffen oder veraltet sind. Ihr Erneuerungszyklus lag am Ende bei 35 Jahren, da Gesamtverband Textil und Mode e.V. auf Grund eingeschränkter Ressourcen maximal zwei Ausbildungsbücher pro Jahr erstellen konnte. In einzelnen Bereichen (z.B. Warenkunde) fehlt die Ausarbeitung in Ermangelung an Zeit und ehrenamtlichen Autoren.


Das Fazit für den Gesamtverband Textil und Mode e.V. war deshalb: Um die Qualität der Ausbildung zu sichern, mussten neue Wege beschritten werden. Veränderte Lehr- und Lernmethoden, sowie das Wissensmanagement erforderten neue Arten der Lehrstoffvermittlung.

Zusätzliche Motivation

Die Textilindustrie befand und befindet sich in einem Strukturwandel, der mit folgenden Stichwörtern umrissen werden kann:

  • Wissen und Wissensmanagement wird zum wichtigsten Produktionsfaktor.
  • Die Motivation zu lebenslangem Lernen erhält einen sehr hohen Stellenwert.
  • Immer größer werdende Informationsmengen sind zur Entscheidungsfindung zu bewältigen.
  • Kürzer werdende Produktionslebenszyklen erfordern ein hohes Maß an Flexibilität.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen am Arbeitsplatz zunehmend kompetenter reagieren und allein entscheiden.

Sowohl in der Aus- als auch in der Weiterbildung beginnt das Wissensmanagement beim Menschen.

  • Der erste Schritt ist, die personelle Kompetenz der Mitarbeiter zu fördern und zu fordern. Offenheit gegenüber Neuem, Bereitschaft, Informationen weiterzugeben und im Team zu arbeiten, sind wichtige Beispiele dieser personellen Kompetenzen, welche gestärkt werden müssen.
  • Der zweite Schritt ist, die Methodenkompetenz zu schaffen. Hierbei ist das Wie entscheidend. Wie müssen Informationen und Wissen aufbereitet werden, damit jeder Beschäftigte im Betrieb sie auch nutzen kann.
  • Der dritte Schritt ist die Bereitstellung der Daten, so dass ein kontinuierliches Lernen im Arbeitsprozess, im sozialen Umfeld und mittels neuer Medien in Form von Lernarrangements möglich ist.
  • Der vierte Schritt ist, dass die Anwender die nötige Medien- und Computerkompetenz erwerben müssen.

Das Fazit damals lautete: Ein branchenbezogenes Bildungsnetzwerk als Instrument zum Wissenstransfer und als Imagefaktor zur Nachwuchswerbung war aus Sicht der für die Bildung in der Textil- und Bekleidungsindustrie Verantwortlichen der richtige Schritt in die Zukunft des Informationszeitalters. Das Branchenwissen musste allen Beschäftigten zugänglich gemacht werden.

Organsisationsstruktur

Das Projekt war nach den Regeln eines klassischen Organisations-Entwicklungs-Prozesses (OEP) aufgebaut.

Es wurde unterschieden zwischen:

  • Überwachungsebene (= Projektbeirat): Der Projektbeirat war die übergeordnete Kontrollinstanz. Er tagte in der Regel zweimal im Jahr um den Projektfortschritt sicher zu stellen. Zu den Aufgaben des Projektbeirates gehörten: die Ermittlung und Vorgabe der strategischen Ausrichtung und Ziele des Bildungsnetzwerkes und die Sicherung der Nachhaltigkeit. Der Projektbeirat setzte sich zusammen aus Vertretern einzelner Textilverbände, dem Berufsbildungsausschusses, der ViBiNeT®-Projektleitung und dem Kooperationspartner DITF Denkendorf.
  • Lenkungsebene (= Projektmanagement)
  • Projektebene (= Ausführungsteam): Für die Erstellung des Contents (der Lehrinhalte) waren mehrere Autorenteams verantwortlich, die sich aus Fachleuten der Textilindustrie bzw. -verbänden und Ausbildern (vorwiegend von Berufsschulen) zusammensetzten. Aufgabe der Autoren war das Erstellen von technologiespezifischen Inhalten unter Einbeziehung von arbeitssicherheits- und qualitätsbezogenen Inhalten. Sie erstellten für ihr jeweiliges Fachgebiet eine prozessbezogene Gliederung, bestimmten die Zielgruppen, die Lerninhalte, die Inhalte, die Verknüpfung zwischen den erstellten Lehrmodule und die Voraussetzung zur Nutzung dieser Lehrmodule. Zentrale Punkt ihrer Arbeit war das Erarbeiten lernziel- und zielgruppengerechte Texte, einer Medienliste mit zu erstellenden Diagrammen, Videosequenzen, Simulationen und Animationen und schließlich Ausarbeitungen zum Fachrechnen, Übungsaufgaben, Verständnis- und Prüfungsfragen, Situationsaufgaben sowie Praxisbeispiele und Formelsammlungen. Abschließend prüften sie die Inhalte nach handlungsorientierter Eignung und nach methodisch- didaktischen Gesichtspunkten. Alle Autorengruppen wurden durch einen Leiter moderiert, der die Organisation der Sitzungen übernahm, die Ergebnisprotokolle anfertigte und die Abgabefristen überwachte.


Schlussberichte des Förderprojekt

Für jedes der beiden Teilvorhaben innerhalb des Vorhabens ViBiNeT® wurden getrennte Schlussberichte erstellt.

  • Sie finden den Schlussbericht des Vorhabens "Koordination, Contenterstellung, - erprobung und Trainingsmaßnahmen" unter dem Förderkennzeichen "01 NM 120 A" erstellt vom Gesamtverband Textil und Mode e.V. hier:
BMBF_01NM120A_Schlussbericht.pdf (PDF-Datei, 321 KB)
  • Den Schlussbericht des Vorhabens "Strukturmodellierung" unter dem Förderkennzeichen "01 NM 120 B" erstellt von den DITF Denkendorf finden Sie hier:
BMBF_01NM120B_Schlussbericht.pdf (PDF-Datei, 7.803 KB)

Für den Inhalte der Schlussberichte sind die oben genannten Organisationen verantwortlich.